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Biography

Alter Bridge ist, verstärkt durch Sänger Myles Kennedy, die neue Band von Tremonti, Phillips und Marshall. Das erste gemeinsame Album „One Day Remains" wertet das Quartett ganz selbstbewusst als künstlerischen Höhepunkt des bisherigen Schaffens. Gitarrist und Songwriter Mark Tremonti: „Nach allem, was wir damals kommerziell erreicht hatten, wurde mir klar, dass ich mich wieder mehr auf meine persönlichen Ziele konzentrieren musste. Eines dieser Ziele war die Rückbesinnung auf meine Rock'n'Roll-Wurzeln. Nachdem die Aktivitäten mit Creed für einige Zeit auf Eis gelegt waren, traf ich mich mit meinem Bandkollegen Scott Phillips, um gemeinsam zu jammen. Dabei stellten wir fest, dass wir die gleiche Vorstellung davon hatten, wie unsere Musik zukünftig klingen sollte. Komischerweise hatten wir aber beide Bammel davor, zu Creed zurückzukehren und wieder von vorne anzufangen". Eine Entwicklung, die vorangetrieben wurde durch Ur-Creed-Bassist Brian Marshall, der nicht am 2001er-Creed-Album „Weathered" beteiligt war, sondern in der Zwischenzeit lieber als Musiker und Produzent in seinem Home-Studio gearbeitet hatte. Tremonti rief ihn an. Marshall erinnert sich an die Kontaktaufnahme: „Mir fiel schon am Klang seiner Stimme auf, dass Alter Bridge etwas war, dass ihm ziemlich viel bedeute. Ich wusste sofort, dass ich Teil davon sein wollte. Er sagte zu mir: `Dein Bass-Spiel passt perfekt zum Alter-Bridge-Sound. Du bist unser Mann. Du musst es einfach machen.` Ich finde es großartig, wieder mit den Jungs zu arbeiten. Und wir sind auch bisher nicht ein einziges mal aus dem Takt gekommen."
Neben Tremonti, Phillips und Marshall komplettiert Myles Kennedy das Alter-Bridge-Line-Up. Das ehemalige Mayfield-Four-Mitglied wurde als neuer Sänger verpflichtet. Tremontis Suche nach einem Sänger hatte bereits Ende 2003 begonnen. „Wir hatten keinen festen Zeitplan, sondern waren darauf vorbereitet, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen würde, die ganze Welt nach dem besten verfügbaren Rock'n'Roll-Sänger abzusuchen. Da erinnerten wir uns an Myles von Mayfield Four, der mit seiner Band das Vorprogramm unserer 98er-Welttournee gespielt hatte", sagt Tremonti. „Wir riefen ihn an und baten ihn, bei einigen Tracks ein paar Vocals einzusingen. Keiner von uns hatte jemals eine Stimme mit einer derartigen Leidenschaft gehört. Uns war sofort klar, dass er genau der Richtige war. Dann kam er zu den Proben nach Orlando und war einer der nettesten und bescheidensten Menschen, die wir je getroffen hatten. Es passte einfach alles. Als wir die Songs durchspielten, hatten wir plötzlich alle eine ziemlich deutliche Vision von unserer Zukunft." Alter Bridge war endlich vollständig.


Alter Bridge ist der Name einer Brücke in Detroit, der Stadt, in der Tremonti aufwuchs. Diese Brücke markierte die Grenze zu den umliegenden Bezirken. Für Mark Tremonti und die Kinder aus seiner Nachbarschaft begann dahinter fremdes, unentdecktes Land. Die unscheinbare kleine Brücke wurde für Tremonti zum Symbol für das Neue und das Unbekannte an sich. Mark Tremonti sagt: „Es liegt jetzt ein neuer Weg mit neuen Herausforderungen vor uns. Aber eins wird immer gleich bleiben: Die Grundlage der Band ist organischer und ehrlicher Rock'n'Roll. Die Musik lebt von der Melodie und der Instrumentierung. Es geht darum, Spaß zu haben. Wenn es nicht so wäre, hätte ich meine Zweifel, ob sich einer von uns so dermaßen für dieses Projekt engagieren würde."
Um Sänger Myles Kennedy in der Band willkommen zu heißen, vollzogen die drei ein ganz besonderes Ritual: Sie gingen gemeinsam Bungee-Springen. Schlagzeuger Scott Phillips erklärt: „Das repräsentiert am besten, was mit der neuen Band passiert. Alles ist ein großer Spaß für uns." Mark Tremonti fügt hinzu: „Wir drei waren schon immer gute Freunde. Deshalb war es wichtig, jemanden zu finden, der zu uns passt und mit dem wir uns wohl fühlen. Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass Myles dieser Jemand ist."
Über seinen Bandbeitritt sagt Kennedy: „Als den Anruf von Mark bekam, arbeitete ich gerade in Spokane im Bundesstaat Washington an einer Solo-Platte und ich erwartete nicht, dass ich jemals wieder Teil einer Rockband sein würde. Inzwischen habe ich festgestellt, das diese Jungs ungefähr das Gegenteil des typischen Rockstars sind. Und ich habe das Gefühl, dass ich mich in dieser Band als Musiker besser entfalten kann als je zuvor." Bevor er zu Alter Bridge stieß, hatte Myles zwei Alben mit Mayfield Four veröffentlicht. „Diese Erfahrung war ziemlich prägend für mich. Ich habe eine Menge gelernt. Das ist mir natürlich jetzt von Nutzen und gibt mir Sicherheit." Alter Bridges Debütalbum „One Day Remains" wurde von Ben Grosse (Filter, Fuel , Sevendust) produziert. Auf die Frage, warum die Wahl gerade auf Grosse viel, antwortet Scott Phillips: „Ich bin einfach ein riesengroßer Fan von ihm." Und Mark Tremonti fügt hinzu: „Ich habe mit John Connolly von Sevendust gesprochen. Seine Meinung und der Sound des Filter-Albums waren ausschlaggebend für mich." Produzent Grosse ist auch für Myles Kennedy die perfekte Wahl: „Die Musik, die wir machen, ist sehr vielfältig. Es gibt Modern-Rock-Elemente, Soul-Elemente und aggressive Metal-Parts." Und Mark Tremonti ergänzt: „Auf diesem Album versuchen wir, unsere Vergangenheit mit einzubeziehen und uns gleichzeitig weiterzuentwickeln. Ben gab uns genau die Möglichkeiten, nach denen wir gesucht hatten. Wie seine Aufnahmen klingen, ist unglaublich. Auf dem Filter-Album hast du den Eindruck, dass sich die Instrumente gegenseitig übertönen müssten, aber Ben hat einfach die Gabe jede Tonspur für sich wirken zu lassen. Da geht nichts an klanglicher Kraft verloren."
Die Mehrzahl der Songs nahm Tremonti zunächst auf einem einfachen tragbaren Aufnahmegerät auf. „Der erste Track, an dem ich arbeitete war ‚Shed My Skin'. Der Song befasst sich mit Ereignissen in meiner Vergangenheit, die mich zu dem Mensch machten, der ich heute bin. In den Text habe ich eine Menge Zeit investiert. Mehr als in jeden anderen Text. Man muss nur hinhören und bekommt ein ziemlich deutliches Bild von meinen Ursprüngen. Viele der Themen auf dem Album sind sehr persönlich. ‚In Loving Memory' etwa handelt von meiner Mutter, die vor kurzem verstorben ist. Es ist ein trauriger Song, aber er soll auch Mut machen."
Die Band zollt den Wurzeln des klassischen Rock gerne Tribut. Die Abstammungslinie des musikalischen Materials lässt sich ohne Schwierigkeiten in die Seventies zurückverfolgen. Tremonti sagt: „Damals in den Siebzigern lag das Hauptaugenmerk auf großartigen Melodien und musikalischem Handwerk. Die Melodie war das Kernstück des Ganzen. Die Melodie ist wichtiger als der Gesang, wichtiger als ein Schlagzeugbreak oder eine Basslinie. Es sind die Melodien, die einen Song ausmachen. Ohne Melodien geht gar nichts."
Und er fährt fort: „Die Siebziger kann man mit einem Wort beschreiben: Echt. Diese solide, aufrichtige Auffassung von Qualität wollten wir ins 21. Jahrhundert transportieren. Wir machen Musik, weil wir Spaß daran haben. Ich denke, das macht uns so authentisch." Und Myles Kennedy sagt: „Im Rock'n'Roll ging es immer schon um gute, zeitlose Songs. Ich bekam Gänsehaut, als ich ‚Down To My Last' zum ersten Mal hörte. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert." Betrachtet man die Geschichte, die Tremonti, Phillips und Marshall verbindet ist es nur natürlich, dass eine stilistische Kontinuität existiert zwischen Creed und Alter Bridge. Dennoch gibt es hörbare Unterschiede. Besonders bei Tracks wie „Open You Eyes" und „Find The Real", auf denen Tremonti mehr Harmonien singt als je zuvor. Und Myles Kennedy, der bei Konzerten als zweiter Gitarrist fungiert, setzt zusätzliche Impulse. Tremonti lobt auch die gesanglichen Fähigkeiten des neuen Bandmitglieds: „Myles hat eine einzigartige Herangehensweise an den Gesang. Er singt seine Sachen mit einer unglaublichen Leichtigkeit, egal wie schwierig seine Parts sind." Auch die für Creed so trademarkhaften Gitarren-Intros sind wieder vertreten. Die Auswirkungen der Reunion von Schlagzeuger Scott Phillips und Bassist Brian Marshall sind ebenfalls nicht zu überhören. In ihrem kongenialen Zusammenspiel können beide Musiker ihre Stärken voll zur Entfaltung bringen. Marshall brilliert bei „Burn It Down", Drummer Phillips gibt alles bei „Metallingus".
Jetzt wartet das Quartett ungeduldig auf die Veröffentlichung seines Debütalbums. Bassist Marshall sagt: „Es ist eine Mischung aus freudiger Erregung und Angst. Für mich fühlt es sich an wie 1998 bei ‚My Own Prison', dem Album, das uns damals den Durchbruch beschert hat." Und Schlagzeuger Scott Philipps ergänzt noch etwas grundsätzliches: „Von Anfang an hatten wir beschlossen, dass es unfair gegenüber unseren Fans und unaufrichtig uns selbst gegenüber wäre, wenn irgendjemand anderes als Creed die alten Creed-Songs spielen würde. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Entscheidung die wir für unsere Zukunft getroffen haben richtig ist. Nachdem wir das neue Material geschrieben und einstudiert haben, sind wir sehr zuversichtlich." Mark Tremonti formuliert als Fazit: „Es geht nicht mehr um die Vergangenheit. Es geht um die Zukunft. Dies ist eine neue Band und ein neuer Anfang."

Quelle & Copyright : Sony